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Impressionen |
Juni 2004 |
Mit dem Sprachunterricht geht es einigermaßen. Die Sprache ist Serbisch. Nach der Staatsgründung hat man Serbokroatisch erfunden, dh man hat das Serbische und das Kroatische fusioniert und gesagt, alle Varianten sind grammatikalisch richtig. Inzwischen hat sich das wieder geändert. Geblieben ist, dass man Serbisch nicht nur kyrillisch sondern auch wie das kroatische in lateinischen Buchstaben schreiben kann. Im Endeffekt muß man dann beides können, so sind Stadtpläne zB lateinisch, Straßenschilder aber cyrillisch. Ich lese ungefähr wie ein Erstklässler, was natürlich beim Unterschreiben von Dokumenten oder Lesen von Rechnung wahnsinnig praktisch ist. Aber meine Sekretärin spricht (nach etlichen Jahren in Deutschland) sehr gut Deutsch und fast alle anderen Mitarbeiter auch entweder sehr gut Deutsch oder Englisch, einige sogar sehr gut Französisch. Ich kann also nicht einmal ungestört mit Christine telefonieren ...
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Ein Plakat, das Daphne für den Serbisch-Unterricht gemacht hat. Bei "Tigger" hat die Lehrerin den Fehler zugelassen (im serbischen gibt es keine Doppelbuchstaben), Vini Pu (Winnie Pooh) ist aber auf Serbisch richtig geschrieben. |
Einige Wörter sind einfach, nicht nur Kompjuter, sondern auch paradeis, speis, krumpir (Grumbeere, aus dem Schwäbischen/Pfälzischen für Kartoffel) oder tu¹ (Dusch, Dusche). Andere Worte kommen aus dem Türkischen, wie orman (Schrank). Die Serben sind natürlich alle davon überzeugt, dass Ihre Sprache recht einfach ist, denn Sie haben ja „für jeden Laut nur einen Buchstaben“. Sie schreiben also „©apo“ wo die Franzosen viel mehr Buchstaben für das gleiche Wort „Chapeau“ schreiben. Meine Antwort ist dann, dass es natürlich für jeden Westeuropäer einleuchtet, dass ¹, è, æ, ð und ¾ verschiedene Laute sind die nur für uns Banausen (oder die Kroaten) alle wie „sch“ anhören ... Man hat schon meinen Pariser Dialekt im Französischen bewundert und sich über meine kroatische Aussprache im Serbischen mokiert.
Meine Lieblings-"Übersetzungen:"
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